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Faszination IKEA 0

Da isser wieder. Der neue IKEA-Katalog 2010.

Jetzt bin ich sicherlich nicht der größte IKEA Fan, der zum Einen der schwedischen Sprache nicht mächtig ist und zum Anderen nicht in regelmäßigen Zyklen nur mal eben was Kleines in den völlig überfüllten Shopping-Tempeln einkaufen möchte.

Aber ich gehöre mit Abstand zu den größten Genießern, wenn es einerseits um Köttbullar mit Preiselbeeren und Kartoffeln in der IKEA Cafeteria, andererseits um Billig-HotDogs hinter dem Kassenbereich geht. In beiden Verköstigungszonen verweile ich in der Regel zwar nur kurz, aber lange genug, um mir auf der Heimfahrt zu schwören, auf Grund der üblen Übelkeit und dem übermäßigen Völlegefühl, nie wieder “schwedisch” zu essen.

Nun, sieht man über die kulinarischen Entgleisungen und dem damit verbundenen Hochgenuss einmal ab, gehört das Erscheinen des jährlichen Recyclingpapier-Kataloges definitiv zu einem kleinen Highlight, auf das man sich in der Regel auch verlassen kann.

Was aber ist es an diesem Katalog wert, einen eigenen Blogeintrag zu bekommen. Natürlich ist es einmal schön, das Wort IKEA auf seine Seite schreiben zu können, aber das Wesentliche ist doch das Gefühl, welches einen beim Durchstöbern der aktuell 388 Seiten voller “Wow’s” und “Das-ist-mal-gut-gelöst’s” überkommt.

Irgendwie lebt jedes Mal ein Stück Vergangenheit wieder auf:

Ich erinnere mich daran, wie ich als Kind fasziniert das erste Mal einen IKEA-Store (damals in Stuttgart) betreten habe und damals schon staunend diese Menge an praktischen Dingen und “Will-ich-haben” studiert habe.

Ich erinnere mich daran, wie ich als Jugendlicher und Schüler meinen ersten Schreibtisch von IKEA nur ungern und viel zu selten benutzt habe.

Ich erinnere mich daran, wie ich meine erste Wohnung mit Hilfe des Elches ausstatten konnte (wobei ich mich bis heute frage, woher ich damals das Geld dafür genommen habe).

Ich erinnere mich daran, wie ich mit meiner Freundin – später Frau – heute Ex-Frau, die elementaren Haushaltsdinge bei IKEA ergänzt habe.

Ich erinnere mich daran, wie wir für unseren Sohn zuerst in Vorfreude, später übermüdet, diverse Spielsachen und Möbelstücke ergattert haben.

Ich erinnere mich daran, wie mir IKEA nach der Trennung zur Seite stand und mich mit dem Notwendigsten versorgte.

Und ich erinnere mich daran, wie ich damals zusammen mit meinen Kolleginnen – heute nur noch meiner Kollegin – unsere erste Büroausstattung zusammengewürfelt habe – immer unter dem Gesichtspunkt designtechnischer und praktischer Verwertbarkeit.

IKEA Billy

IKEA Billy

Und heute? Heute bin ich nach wie vor fasziniert davon, mit welcher Professionalität es die Macher dieses Gesamtkunstwerkes schaffen, immer wieder neue Wohnkonzepte zu kreieren, diese sowohl fotografisch als auch DTP-technisch perfekt in Szene zu setzen, diese dann auch noch mit IKEA-typischen “Du-Sätzen” zu verfeinern und diese schließlich auch noch mit so vielen “Wünsch-ich-mir”-Effekten zu versehen.

Kurz gesagt: Ich stöber einfach gerne in diesem Katalog. Mal gespannt, wann es mich das nächste Mal in ein IKEA-Center verschlägt, ich auf dem Parkplatz wieder einmal nicht weiß wohin ich all diese Dinge packen soll, die ich doch eigentlich gar nicht kaufen wollte.

Das musste jetzt einfach mal geschrieben werden.

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