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Wangerooge 2009 7

Bevor sich meine Gedanken an meinen Nordsee-Urlaub 2009 im Nebel des alltäglichen Büro-Hin-und-Hers wieder auflösen, möchte ich nun endlich, wenn auch etwas spät, das Erlebte ein wenig niederschreiben.

Er war kurz aber phantastisch – mein diesjähriger Urlaub auf Wangerooge. Selten habe ich die wenigen Tage der Entspannung so notwendig gehabt wie dieses Jahr – selten war ich von den Naturgewalten, die sich am Himmel über der Nordsee abgespielt haben so beeindruckt – selten war ich so traurig darüber, dass die fünf Tage so schnell vorbei gegegangen sind.

Aber mal ganz von vorne. Angefangen hat meine diesjährige Nordsee-Urlaubsplanung dieses Jahr mit einem kleinen (und das ist in diesem Fall sogar wörtlich zu nehmen) Zufall. Ich war wie so oft auf der Suche nach meinem Feriendomizil und bin auf der Internetseite www.wangerooge.de auf das Ferienhaus “Liliput” gestoßen. Der Name “Liliput” sollte eigentlich als Warnhinweis genügen, wenn man meine Körpergröße von 1,92 m bedenkt. Die kleinste Ferienunterkunft der Insel für einen groß gewachsenen Menschen – eine interessante Kombination.

Ferienhaus Liliput

Ferienhaus Liliput

Wie sich aber direkt nach meiner Ankunft herausgestellt hatte, hätte sich ein Nicht-Buchen als großer Fehler herauskristallisiert. Natürlich ist es auf Dauer ein wenig anstrengend, mit einer Deckenhöhe von 190 cm zurechtzukommen, aber die romantische, stilvoll eingerichtete und vor allem urgemütliche Unterkunft macht all dies sofort vergessen. Es passt einfach alles im Hause der Familie Ploghöft. Dank der künstlerischen Ader der Gastgeberin entdeckt man auf den 20 qm,  jeden Tag neue Kleinigkeiten, die dieses Haus für mich und meinen Sohn unvergesslich machen werden. Kurz um, wir haben uns nicht nur wegen der Atmosphäre, sondern auch, und gerade wegen der herzlichen Gastfreundschaft so wohl gefühlt wie selten zu vor.

Eigentlich könnte ich mich an dieser Stelle für all das bedanken, was uns als Feriengäste so begeistert hat. Waren es die extra für meinen Sohn gerichteten Kinderbücher, die kalten Begrüßungsgetränke im Kühlschrank, der Naschteller mit netten Aufmerksamkeiten, der frisch gebackene Zwetschgenkuchen (mit Pflaumen aus dem eigenen Garten) oder das liebe Abschiedsgeschenk für meinen Kleinen, welches auf der Rückfahrt für die entsprechende Kurzweile gesorgt hat. Vielen Dank noch einmal. Wir kommen bestimmt wieder!

Die Tagesplanung auf der Familien und Kinder gerechten Wohlfühl-Insel fällt einem nicht schwer. Als erstes MUSS ein Fahrrad her, denn es gilt auf Entdeckungsreise zu gehen. Strände, Dünen, Leuchttürme, Muscheln, Gräser – und das natürlich nicht nur direkt vor der Haustür, sondern überall auf der Insel. Unsere erste Fahrradtour brachte mich dank Gegenwind ganz schön ins Schwitzen, aber wie immer lockt am Ende die entsprechende Entschädigung. Seien es einzigartige Stellen auf dieser Insel oder die leckere Latte Macchiato im Café Treibsand. Ach, egal was, es tut einfach alles nur gut.

Drachensteigen

Drachensteigen

Natürlich gehört zu einem Urlaub an der Nordsee das obligatorische Drachensteigen. Also, Drachen raus, Leinen los und, da waren sie, die staunenden Kinderaugen. Einfach herrlich zu sehen, wie  diese (mittlerweile) High-Tech-Fluggeräte kreisend in den Himmel steigen und dort  ihre beruhigenden Bahnen ziehen. Zwei Paar Kinderaugen (meine sind in diesem Falle mit eingeschlossen) kleben an den Schwüngen des Drachens und lassen somit sowohl Schul- als auch Bürostress vergessen.

Himmel über der Insel

Himmel über der Insel

Und wenn ich schon einmal im Himmel bin, dann möchte ich an dieser Stelle auch noch zumindest ein Bild bereitstellen, das auf eindrucksvolle Art und Weise zeigt, was uns dort geboten wurde. Ich war wie erschlagen vom Spiel der Farben, der Wolken und der damit verbundenen Fähigkeit, sich endlich fallen lassen zu können. Faszinierend, dieses Schauspiel. Und ich bin der festen Überzeugung, dass es genau diese Momente sind, die mich jedes Jahr aufs Neue in den Norden ziehen.

Ebenfalls zu erwähnen sind die Seehunde, die wir auf der Rückfahrt durch das Watt, wie auch immer die das machen, faul schlummernd auf einer Sandbank beobachten konnten. Es waren bestimmt 100 Tiere, die sich in der Sonne wälzten und so beinahe für das Kentern der Fähre beigetragen hätten – Kommando: alle mal nach Steuerbord. Irgendwie ist es ein Stück heile Welt, die man auf der Insel Wangerooge erleben darf.

Ich freue mich auf das nächste Mal Nordsee, und ich bin mir fast schon sicher, dass es uns wieder auf diese Insel verschlagen wird.

Und um dem Ganzen noch einen etwas mysteriösen und für manche vielleicht auch verwirrenden Abschluss zu geben, möchte ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass sowohl die raschelnde Schatzkiste als auch die “Kopf-einziehende-Schildkröte” einen maßgeblichen Anteil daran hatten, diesen Urlaub zu dem zu machen, was sich tief in mir verankert hat. Danke!

Das musste jetzt einfach mal geschrieben werden.

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There are 7 comments for this post

  1. moin timm und tom kellerson,
    wir grüssen von wangerooge –zur zeit windstill mit klarblauem himmel–und danken für den beitrag in ihrem blog.wir freuen uns sie beide irgendwann einmal wiederzusehen— bis dahin alles gute !
    uwe und monika ploghöft

  2. Schön immer geahnt und du hast es bestätigt > nicht die Länge des Urlaubs machen ihn unvergesslich…

    Trag’ ihn noch etwas mit dir rum… tut dir bestimmt gut!

    btw: muss ‘ne Rariätät sein: Zwetschgenkuchem aus Pflaumen (dachte das wäre immer andersrum ;-)

  3. lena sagt:

    Hallo ihr Lieben!
    ich bin durch Zufall auf eure Seite gestoßen und ich kam gleich ins Träumen. Meine Familie und ich sind mindestens einmal im Jahr auf der tollen Insel und erst letztens beim Besuch der Galerie von Frau Ploghöft haben wir auf das kleine Liliput geschaut und uns gefragt, wer dort wohl wohnt. Jetzt wissen wir’s!

    Liebe Grüße

    achja und auf meinem Blog finden sich etliche Wangerooge-Bilder. Und es kommen ständig Neue hinzu!

  4. Yvonne sagt:

    Ein wunderbarer Eintrag und nun freuen wir uns, dank Timm’s ausführlichem Erlebnisbericht noch viel mehr auf unsere Tage auf Wangerooge und die Zeit in dem kleinen, liebenswerten Haus Liliput.
    Timm’s Beschreibung bestätigt unsere Vermutungen über die Insel und unsere Unterkunft.

  5. Trici sagt:

    Das Liliput habe ich auch gerade entdeckt, und es ist doch zu schön. Aber ist es nicht zu beengt? Kann man sich im Bad umdrehen? Ist die Aufstiegstreppe sehr steil? Ist die Lage auch in der Charlottenstraße wie die Kontaktadresse? Vielleicht kann mir hier jemand die Fragen beantworten. Vielen Dank.

  6. Hallo Trici,

    na klar ist es ein wenig beengt. Aber ich finde, dass sich jeder fehlende Quadratmeter lohnt. Es ist einfach klasse dort. Die Treppe ist steil, aber selbst für mich mit 1,92 m war das alles zu meistern.

    Viel Spaß :-)

  7. Trici sagt:

    Danke. Danke auch für die schnelle Antwort. Bin gerade dabei es zu buchen. Ich hoffe doch, dass eine Dusche drin ist, ich hab auf den Fotos keine entdecken können :D

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