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Machen Kleider wirklich Leute? 1

Da wird es endlich mal wieder Zeit, mir einen Anzug zu kaufen, und dann wird dieses doch eigentlich positive Erlebnis (zumindest solange bis die sogenannte Kaufreue ins Leben tritt) durch eine heute erlebte Verkaufstaktik negativ beeinflusst.

Machen Kleider Leute?

Machen Kleider Leute?

Samstag morgen, halb zwölf in Deutschland. Gut gelaunt betrete ich mit meiner Freundin die Galeria Kaufhof in Pforzheim. Mit der festen und ernsthaften Absicht, mir für eine anstehende Veranstaltung einen neuen Anzug zuzulegen. Also ab in die Herrenabteilung, rein ins Getümmel.

Jetzt kenn ich mich bei den Größen meiner Lieblingsmarke “esprit” wirklich sehr gut aus. Nur selten komme ich in die Verlegenheit, zu klein gekaufte Hosen oder Hemden wieder zurückschicken zu müssen (abgesehen von Tagen direkt nach zu viel zu gutem Essen).

Jetzt irre ich also wirklich planlos mehrere Minuten durch die Abteilung. Sehe Anzüge, die mir einerseits farblich, andererseits vom Schnitt her sicherlich gefallen hätten. Aber welche Größe?

Jetzt stellt sich mir die Frage, gehe ich auf die Verkäufer zu, oder hoffe ich auf das Einfühlungsvermögen und die sicherlich beim Einstellungsgespräch erkannte Fähigkeit, aufmerksam zu sein? Ich warte – sichtlich fragend.

Nichts passiert – mehrer weitere Minuten.

Da stellt sich mir die nächste Frage. Liegt das jetzt daran, dass ich in Chucks, Poloshirt und (sehr teurer) verissener Jeans im Laden stehe. Wird daran etwa tatsächlich mein Kaufpotential gemessen? Werde ich etwa im Ernst daran bewertet? Ich habe das Gefühl – “JA, so ist es!”

Und so etwas ärgert mich. Ich gehe dann also auf einen Verkäfer zu und frage ihn, ob es denn an meinem (trotzdem!!! ordentlichen) Auftreten liege, dass man nicht auf mich zukommen möchte.

Wahrscheinlich habe ich ihn mit so viel Offenheit gänzlich  überfordert. Seine patzige Antwort “Natürlich nicht, was wollen Sie denn?” lässt mir allerdings keine andere Wahl, als das Geschäft wirklich frustriert und enttäuscht (!!!) zu verlassen.

Nicht aus Trotz, sondern einfach basierend auf der positiven Erfahrung in der Vergangenheit gehe ich also zu “Jung”, einem in Pforzheim etablierten Herrenausstatter. Und siehe da, es geht! Äußerst  zuvorkommend, höflich und absolut kompetent wurde ich begrüßt, beraten, unterstützt und zum Kauf verführt. So soll es sein.

Ich hoffe nicht, dass das Sprichwort “Kleider machen Leute” all zu viel Wahrheit besitzt. Das heutige Erlebnis allerdings lässt dieses vermuten.

Das musste jetzt einfach mal geschrieben werden.

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There is one comment for this post

  1. Marcus sagt:

    leider ist es genau so: Kleider machen Leute. Gehe doch mal mit Deinem neuen Anzug in den Kaufhof und messe, wie lange die brauchen, Dich anzusprechen…

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